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Antikondensbeschichtung für Glas

In den Niederlanden ist die Lichtmenge im Winter gering. Dies kann einerseits durch zusätzliche Beleuchtung ausgeglichen werden. Andererseits kommt es aber auch darauf an, das vorhandene Licht voll auszunutzen und so viel wie möglich davon in das Gewächshaus gelangen zu lassen. Eine Möglichkeit, mehr Licht in das Gewächshaus zu holen, besteht darin, den Lichtverlust durch Kondensation zu verringern.

Eine Antikondensbeschichtung für Folie ist schon seit längerer Zeit auf dem Markt. Diese reicht jedoch in manchen Fällen für die Anwendung auf Glas nicht aus. Darum wurde eine Antikondensbeschichtung für Glas entwickelt. Eine Antikondensbeschichtung sorgt dafür, dass die Oberfläche, auf der die Feuchtigkeit kondensiert, hydrophil wird. Dadurch verbleibt die Feuchtigkeit nicht in Tropfen oder dicken Streifen auf dem Glas, sondern zerfließt zu einer dünnen, gleichmäßigen Wasserschicht. Der Vorteil besteht darin, dass die Transmission des Abdeckungsmaterials des Gewächshauses, wie Glas oder Folie, zunimmt. Die zusätzliche Transmission, die mit einer gleichmäßigen Kondensschicht erzielt werden kann, beträgt im Vergleich zu Kondenstropfen bis zu 9 %. 

Seit Sommer 2015 testet Mardenkro die neue Antikondens-Glasbeschichtung in der Praxis. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sind 60 Liter Antikondensbeschichtung pro Hektar erforderlich. Bei einer Verdünnung von 1:15 werden folglich etwa 1000 Liter Sprühflüssigkeit pro Hektar auf die Innenseite des Gewächshausdaches gesprüht. An einigen Stellen wurde die Beschichtung von Hand aufgebracht. Außerdem wurde ein Versuch mit der maschinellen Aufbringung der Beschichtung durchgeführt. Die maschinelle Aufbringung erfolgt mit einem Sprühgerät, das normalerweise für das Aufsprühen von Reinigungsmitteln auf Glas verwendet wird. Geachtet wurde auf optimalen Sprühdruck, Düse, Düsenhub, Stellung des Sprühmasts und Fahrgeschwindigkeit. Aus dem Versuch ging hervor, dass die gängigen Geräte ohne große Anpassungen eingesetzt werden können, um die Beschichtung optimal aufzubringen.



Nach Aufbringung der Beschichtung wurden Messungen durchgeführt, um den Unterschied hinsichtlich der Transmission zwischen behandeltem und unbehandeltem Glas zu ermitteln. Hierfür wurde die PAR-Transmission über mehrere Tage hinweg kontinuierlich gemessen. Durch Nebeneinanderstellung der Werte in einer Grafik und Vergleich der Lichtsummen pro Tag ergibt sich ein Bild der Transmissionsunterschiede über den Tag. Zum Vergleich wurde die Tageslichtsumme berechnet. Bei Anwendung der Antikondensbeschichtung ergibt sich eine zwischen 2 und 14 % höhere Lichttransmission. Dass die Unterschiede so groß sind, ist unter anderem auf den unterschiedlichen Verschmutzungsgrad der Fensterscheiben zurückzuführen. Es gab auch Zeiten, in denen keine oder viel kleinere Unterschiede hinsichtlich der Lichttransmission festgestellt wurden. Wahrscheinlich bildete sich in diesen Zeiten aufgrund starker Belüftung kein Kondensat auf den Fensterscheiben. 

Wichtig ist, dass das Glas vor dem Aufbringen der Beschichtung gründlich gereinigt wird. Danach muss die Beschichtung gut antrocknen, bevor das Glas zum Beispiel durch Kondensation wieder feucht wird.  In der kommenden Saison wird Mardenkro die Versuchsstandorte weiterhin intensiv beobachten und Tests auf größeren Oberflächen durchführen.

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